die Pyramiden
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2009-03-05 16:44:35
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Die Berichte über die aufgedeckten Finanzpyramiden häufen sich. Doch eine der Größten, wenn nicht die größte bleibt unbemerkt und setzt sich ungehindert fort. Die Politik und Medien, empört über die Schamlosigkeit der Unternehmer hinter der jungst entlarvten Großabzocke macht keinerlei versuche sich in Selbstkritik zu üben.
Wieso auch, dies konnte ja weitgehende folgen haben für den Stadt, die Politik und die Gesellschaft wie diese organisiert und aufgestellt ist.
Was macht eine Finanzpyramide aus? Nicht viel. Es werden im Gegenzug finanzieller Aufwendungen Leistungen zugesichert die nicht erbracht werden können für alle Vertragspartner. Die Verträge werden kontinuierlich geschlossen und die Leistungen werden erbracht, solange das Verhältnis zwischen der zum gegebenem Zeitpunkt zu erbringenden Leistungen und der Einnahmen aus den Aufwendungen von neuen Vertragspartnern zur eigenen Gunsten liegt.
Man geht also davon aus, dass zumindest eine Zeitlang mehr Vertragspartner gibt die Aufwendungen Zahlen, als solche die bereits Leistungen beziehen. Sobald dies nicht mehr gilt – trägt die Pyramide Verluste und ist nicht mehr den Betreibern attraktiv. Mit anderen Worten – es wird Zeit mit der Kohle abzuhauen oder wenn es nicht anders geht – die Pleite zu erklären.
Bloss ist diesmal der Staat pleite und die Kohle sind die Renten. Abzuhauen brauchen die nicht, die Pleite ist eh eine Formalie solange man die Macht halten kann. Und der Rest ist halt eine Frage der schlauen Politik und der Manipulation. Wenn alles glatt geht. Wenn nicht, na-ja, man kann ja immer noch mit der Kohle abhauen.
Dabei wird so wenig versucht um die Pyramide wenigstens nach Aussen seriös darzustellen. Mehrmals wurde bereits zugegeben das die Finanzierung der Renten entweder „nicht gesichert sei“ da nicht ausreichend nachwuchs (oder einfach neue Vertragspartner), oder auch einfach weil „die Weltwirtschaftslage“ ungünstig sei. Man bemüht sich also nicht mal um halbwegs anständige ausreden. Dabei werden die Renten auch weiter fleißig gezahlt und vom Staat – dem gescheitertem Vertragspartner verwaltet.
Adios,
~levon
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Die Romanzen der Finanzen
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2009-02-21 19:53:01
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Jeder will den Grossen Wurf mal gemacht haben. Nicht irgendwie am Geschäft verdienen, sondern gerade gut. Hat einer 1mio in einer "ähnlichen" Situation verdient, wieso sollte ich weniger?
Problematisch wird es wenn es ein Geschäft ist wo man nun gerade gute 400.000 verdienen kann, aber eben 600.000 weniger als 1mio. Will man da so arm stehen? Arm ist man dann alle mal nicht, aber was ist mit den Anlegern?
Die wollen nun wirklich bei jemanden einsteigen der nicht 3% sondern 5%, 10% oder mehr bietet, und es sind viele und die haben viele andere wünsche auch, aber wenig Überblick. Irgendwie passt es also, der Anleger will Gewinne, du willst Gewinne, alle wollen es. Also hört der Anleger dir gerne zu wenn du ihm erzählst, dass "da 1mio in diesem Geschäft drin ist“ und schlägt gerne zu.
Bis jetzt alles gut, aber leider will ein Anleger ab und zu mal auch das Geld sehen. Wer weiss wozu er das gut hat. Was macht man nun? ganz einfach: du bist nicht allein! Es gibt auch andere, und es geht ihnen auch nicht viel besser als dir. Du gehst also zu einem anderem Finanzinstitut, und in ähnlicher Situation wie du, will diese auch deine Gewinnversprechen glauben, und dein Vertrag schnell in sein Stapel der gewinnversprechenden Kreditverträge abheften. Wo holt sie so viel Geld her? Sie leiht es sich auch aus. Und wenn du Zinsen zahlen sollst, leihst du es dir eben auch aus. Man ein Institut schreibt dann in die Bilanz: an einer stelle (a) ein Gewinnversprechendes Kredit, und an anderen stelle (b) Zinszahlungen aus anderen Krediten. Sieht gut aus, verdient was und wird noch mehr verdienen. Das Problem ist dass manche der Zinsen, wie in (a), aus dem Kredit an der anderen Stelle (b) gezahlt wurden, über einen dritten beteiligten der auch so ein renommiertes Geldinstitut ist, wie so manch einer.
Es ist also ein Kreis, im kreis sitzen Poker-Gesichter und jeder schreibt von Zeit zu Zeit Schöne Bilanzen. Wenn es auch noch so ist dass _nicht_ alle gleichzeitig die Bilanzen schreiben müssen, dann kann halt jeder gerade im günstigen Moment dies tun. Jeder hat es und keiner kann es haben. Dies funktioniert und wächst sogar wie wir gleich sehen. Kommt nämlich ein neuer in ein Kreis mit n Beteiligten, in dem eine Summe 1m bereits Zirkuliert, mit einer Eigenen Summe 1m, so zeigt die einfache Rechnung:
Wenn jeder im Kreis behauptet 1m zu besitzen, so wird insgesamt im Kreis n*1m Behauptet als Kapital. Der (n+1)-te Beteiligte steigt ein mit einer der summe 1m zusätzlich, und zwar so dass es sich an die Regel „immer schön weiter reichen“ hält, so kann nun jeder 2m zu besitzen Behaupten, insgesamt Behauptet der Kreis also ein Kapital von (n+1)*2m. Macht also einen Wachstum von 2*(1+1/n)=2+2/n über 200% also.
Das zieht wieder neue Anleger an, und es wächst rasant, so lange _jeder_ der Beteiligten, oder eben fast jeder sich an die einfache Regel hält - behalte es nicht, gebe fleissig aus und du bekommst immer wieder was. Und wenn es nur einmal eine Kritische maße bunkert...
Es reicht dann, das Anleger in der k-ten Runde 1m_k oder in der Größenordnung zurückverlangt, also so viel wie es denn tatsächlich Zirkuliert. Oder einfach das es an Kritisch vielen stellen zum stocken kommt beim weiterreichen, und das zum Zeitpunkt x mehr gefordert wird von jeweiligem beteiligten als die in diesen Moment besitzen, so dass es pleite ist, und der Nachbar nun an ihm nicht weiterreicht. Schon haben wir n+1 Pleiten denn keiner hat das Behauptete, ist ist nämlich zu jeder zeit schön verteilt. Schreib jetzt mal eine Bilanz. Wenn es auch ein einziger Anleger noch da ist, der wird sich die haare reißen wenn er die liest. Wer will schon Anleger ohne haare?
Man sucht also dringend nach einer Lösung. Man will die Löcher stopfen und Aussteigen. Man verspricht sich so etwas nie mehr zu tun. Das Problem ist, dass in einer späten Runde gar nicht so viel da ist das auch ein einziger sauber da rauskommt.
Man braucht dringend einen neuen mit viel Geld. Sehr viel. Und wenn das Spiel gar nicht so weiter gehen darf, dann aber wenigstens eine Runde, dann kann jeder versuchen bei dem neuen genug anzufordern und sofort aussteigen. Very bad Bank also.
Wie viel brauchen wir? Wenn k Beteiligte gerettet werden sollen dann eben 1m_n*k, sprich das Tatsächlich vorhandene kapital mal alle beteiligten die gerettet werden sollen. Zu viel? Dann werden eben weniger gerettet. Wenn einer überhaupt noch zu retten ist.
Man sucht sich also die aus die die kleineren Löcher haben und legt die anderen mit diesen zusammen. Und zwar solange bis bei den dickeren die Löcher übersichtlich klein werden durch das zusammengelegte Kapital. Und um die schulden des anderen nicht mit zunehmen, lässt man die also vorher insolvent werden und kauf für einen Groschen. Alles andere darf in sich zusammen brechen und der Rest soll sich anpassen müssen.
Die Kredite werden also nicht mehr in diesem Banken System fließen. Auch in einem Monat nicht. Die Banken sitzen auf Ihrem Geld weil es eben Entscheidend ist wie klein die Löcher sind wenn überlegt wird ob es sich noch lohnt dich zu retten.
Mehr dazu in den nächsten Monaten. Und bitte keine Kommentare vorher.
~levon
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